Mobbing ist eine Form von Psychoterror, die zu Traumafolgestörungen wie einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder auch zu Angststörungen und Depressionen und anderen seelischen wie körperlichen Leiden führen kann. Der Selbstwert-Thematik kommt im Kontext von Mobbing besondere Bedeutung zu. Manche Menschen, die Mobbing ausgesetzt sind, würden alles tun, um von ihren Peinigern (wieder) wertgeschätzt oder wenigstens „nur“ respektiert zu werden – oft bis zur Selbstaufgabe. Sie lassen sich in eine Spirale ziehen, der die Beteiligten oft nur noch über therapeutische Interventionen entrinnen können. Meist mit der kuriosen Folge, dass sich im Falle der Anwendung von rechtlichen Mitteln die Mobbenden plötzlich als Opfer sehen.
Mit dem richtigen Coaching lassen sich – für beide Seiten – nachhaltige Lösungen finden, wie Gemobbte von seelischem Ballast befreit ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen oder Mobbende Empathie empfinden können.
Gerne gebe ich Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Tools an die Hand, damit sie Mut und notfalls mit Humor Widerstand leisten können – oder auch „auf der anderen Seite“ der Gruppendynamik von Mobbing widerstehen.
Definition von Mobbing, Struktur von Mobbenden, rechtliche Lage und Möglichkeiten
Mit „Mobbing“ werden systematische, wiederholte und über einen längeren Zeitraum andauernde Angriffe auf die psychische und/oder physische Integrität einer Person bezeichnet. Ziel der mobbenden Person(en) ist es, den oder die Gemobbte auszugrenzen, zu isolieren oder ganz aus dem eigenen, beruflichen und/oder privaten Umfeld zu verbannen. Es handelt sich um eine Form psychischer Gewalt, die sich durch regelmäßige Schikanen, Demütigungen und Verletzungen „auszeichnet“, die von einer Gruppe oder einer einzelnen Person meist in überlegener Position ausgeübt werden.
Grundsätzlich kann Mobbing jede und jeden treffen. Bestimmte Personengruppen oder auch Institutionen sind besonders gefährdet:
Personen, die sich von der Mehrheit unterscheiden (z.B. durch besondere Intelligenz, Aussehen, Herkunft, Vermögensstand, besondere Talente)
Besonders engagierte, leistungsstarke Individuen (Mitschüler/Mitarbeiter/Familienmitglieder)
Neue Mitglieder in etablierten Gruppen
Personen mit geringem Selbstwertgefühl
Personen mit mangelnder sozialer Kompetenz
Personen, die bereits Traumatisierungen erfahren haben
Erfolgreiche Unternehmen, die als Konkurrenz und/oder Bedrohung wahrgenommen werden
Staaten, die über Bodenschätze und/oder Rohstoffe verfügen, die andere gerne hätten
Mobbende weisen häufig spezifische Persönlichkeitsmerkmale auf:
Narzisstische oder psychopathische Züge
Mangelnde emotionale Reife
Übersteigertes Geltungsbedürfnis
Unsicherheit und eigene Ängste, die durch Machtausübung kompensiert werden
Rechtliche Lage und Möglichkeiten:
Strafrecht:
Tatbestand der Beleidigung, Körperverletzung oder Nötigung kann erfüllt sein und strafrechtlich verfolgt werden
Zivilrecht:
Abmahnung (ggfs. auch kostenpflichtig für die Mobbenden)
Unterlassungsklage
Schadensersatz und Schmerzensgeld bei nachweisbaren gesundheitlichen Schäden
Wichtiger Rat für Mobbing-Opfer:
Dokumentation: Alle Vorfälle detailliert aufzeichnen
Kommunikation: Das Problem ansprechen und Unterstützung suchen (Eltern, Lehrer, Kollegen, Vorgesetzte, Betriebsrat, Freunde)
Professionelle Hilfe: Beratungsstellen und/oder Psychologen aufsuchen
Rechtliche Schritte: Bei anhaltenden Problemen einen Anwalt konsultieren und/oder Anzeige erstatten
Wechsel des Umfeldes: des Arbeitsplatzes, der Schule oder Institution oder sogar des Wohnortes – bei innerfamiliärem Mobbing räumliche Trennung oder Scheidung: Als letzte Option in Betracht ziehen, wenn alle anderen Maßnahmen erfolglos bleiben
Mobbing-Prävention:
Frühzeitige Intervention und die Schaffung eines respektvollen Umfeldes sind entscheidend, um Mobbing vorzubeugen und zu bekämpfen. Menschen, die Mobbing beobachten, ohne einzugreifen, oder Mobbende unterstützen oder bestärken, werden selbst zu Tätern.
Staatlich initiierte und geförderte Aufklärung sollte in Kitas beginnen und bis zu Seniorenheimen reichen: Mobbing kennt kein Alter – und meist keine Gnade.
